Nutria, oder der große Braune mit den orangegelben Zähnen

Nutrias werden auch Biberratten oder Sumpfbiber genannt und liegen in der Größe zwischen Bisam und Biber. Die Tiere besitzen ein mittelbraunes Fell, die Unterseite ist wie bei vielen Säugetieren heller gefärbt. Charakteristisch ist der fast körperlange drehrunde Schwanz, durch den Nutrias eindeutig vom Biber unterschieden werden können, und die orangegelben Zähne.

Auf Grund ihres wertvollen Fells wurden die Tiere in ihrer Heimat Südamerika so stark bejagt, dass die natürlichen Bestände drastisch zurückgingen. Im Laufe der Zeit wurden weltweit, auch in Deutschland, Pelztierfarmen angelegt. Durch Gefangenschaftsflüchtlinge einerseits, aber vor allem auch durch Tiere, die bewusst ausgesetzt wurden, etablierten sich viele voneinander unabhängige Freilandpopulationen. Die Nutrias auf Mülheimer Stadtgebiet, die eine Halbinsel gegenüber Jugendherberge und Kocks Loch besiedeln, zeigen eine nur geringe Scheu. Manche Spaziergänger erfreuen sich daran, die possierlichen Tiere mit Möhren zu füttern. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob sich die Nutria, die in ihrer natürlichen Heimat nahezu ausgerottet ist, in Deutschland langfristig ein neues Zuhause erobert und zur Bereicherung der heimischen Fauna beiträgt.

Wer neugierig geworden ist und die munteren Nagetiere näher kennenlernen möchte, sei zu einer ersten Gegenüberstellung mit einem ausgestopften Exemplar im Haus Ruhrnatur herzlich eingeladen. Von hier aus ist auch der Weg zu der Stelle am Ruhrufer nicht weit, an der die Tiere mit ein wenig Glück in ihrem neuen Lebensraum beobachtet werden können.